Soziales Lernen in unserer Schule

Damit sich in unserer Schule alle wohl fühlen können, legen wir Wert auf ein stabiles soziales Netz

Im Unterricht wählen wir zunehmend Lernformen, die den Umgang miteinander fördern: Die Kinder geben Erlerntes weiter, helfen sich also gegenseitig, stellen offen ihre Fragen und suchen gemeinsam nach Lösungswegen. Phasen der Spannung und Entspannung wechseln sich dabei ab.

Positive Gemeinschaftserlebnisse wie Ausflüge, Projekte und Feste, in welche die Kinder aktiv eingebunden werden, fördern die Akzeptanz anderer und stärken das Selbstwertgefühl und die Einbindung in die Gruppe.

Fehler sind wichtig! Sie gehören genauso zum Lernen wie Erfolgserlebnisse. Durch das bewusste Einbeziehen von Fehlern in den Lernprozess untermauern wir die Sachbezogenheit gegenüber dem Lerngegenstand. Fehler weisen uns immer den Weg zu neuen Erkenntnissen, wenn wir sie nicht vertuschen, sondern mit Interesse  betrachten.

Konflikte wollen wir nicht unterdrücken. Sie treten in jeder Gruppierung von Zeit zu Zeit auf. Wir erarbeiten mit den Kindern Methoden, ihre Konflikte zu betrachten und einen Weg daraus zu finden. Einfache Rituale werden speziell hierfür erlernt und gezielt von den Kindern nach dem Konflikt eingesetzt. Sie begleiten die Entwicklung des Kindes hin zu einem gesunden Selbstbewusstsein, welches auf der wachsenden Übernahme von Eigenverantwortung basiert.

Rituale

Ähnlich wie beim Zusammenleben in der Familie erhält das Miteinander in unserer Schule durch Rituale Struktur und Verlässlichkeit. Das Kollegium hat sich auf einen Grundkanon an Ritualen verständigt, der durch die Lage des jeweiligen Klassenraumes und seinen Zuschnitt Variationen erhalten kann.

Klassenregeln

In jeder Klasse werden die Regeln gemeinsam erarbeitet, die notwendig sind, um sich in der Schule wohl zu fühlen und erfolgreich miteinander lernen zu können. Diese Regeln werden einsichtig gemacht, schriftlich festgehalten und von den Kindern unterschrieben.

Streitschlichtung

In der Schule gilt ein Streitschlichtungsverfahren, das nach langer Vorbereitung entwickelt wurde und gute Ergebnisse zeitigt.

Das Verfahren wird den Schülerinnen und Schülern zunächst durch die Lehrerinnen vermittelt und später, wenn es möglich ist, selbständig angewandt.
Es kommt hierbei darauf an, dass jeder Streitende die Möglichkeit hat zu erklären, welches Problem er hat. Er steht deshalb seinem Kontrahenten gegenüber und beginnt: „Ich will nicht, dass du ...“
Der Zuhörer wiederholt, was er verstanden hat: „ Ich habe verstanden, dass ich nicht ...“ und teilt mit,
ob er das Störende jetzt lassen kann.
Nun hat der Zweite die Möglichkeit zu sagen, was er nicht will. Der Erste wiederholt, was er verstanden hat und verspricht, dass er das Störende lassen kann.

Sollte es nur einen Schuldigen geben, wird das Streitschlichtungsgespräch genau so  durchgeführt, doch der Zweite hat nichts zu sagen. In diesem Fall muss eine Wiedergutmachung in Form einer liebevollen Geste ( Bild malen, eine Arbeit für den Geschädigten verrichten ... ) stattfinden.

Die Streitschlichtungsgespräche finden zeitnah zum Vorfall auf dem Schulhof, in der Frühstückspause oder nach dem Unterricht statt.

Pause

Die große Pause beginnt um 9.30 Uhr, nach der zweiten Schulstunde und dauert 20 Minuten.
Den Kindern steht zum Spielen unser Schulhof zur Verfügung, der mit einer Kletterlandschaft, einer Nestschaukel, zwei Tischtennisplatten und aufgemalten Spielen ausgestattet ist.
Am Anfang der Pause können sich die Kinder am Pausenwagen Spielgeräte ausleihen, z.B. Tischtennisschläger, Bälle, Seilchen, Pedalos, Mobiles, Reifen etc.
Die Schüler und Schülerinnen des vierten Schuljahres organisieren die Ausleihe.
Nach der Hofpause frühstücken die Kinder in der Klasse. Es besteht die Möglichkeit, Milch zu bestellen.
Die zweite Hofpause dauert von 11.35 Uhr bis 11.45 Uhr.

Patenkinder

Die Schülerinnen und Schüler der dritten Klassen übernehmen die Patenschaften für die Schulneulinge. Jedes Kind wählt ein „Patenkind“ aus, schreibt ihm, bevor es eingeschult wird und nimmt so oder auch persönlich Kontakt zu ihm auf.
Nach der Einschulungsfeier führt jeder Pate, der jetzt in der vierten Klasse ist, seinen Schützling in dessen Klasse und stellt sich ihm für alle Fragen und Probleme zur Verfügung.
Während der Pausen und bei Schulveranstaltungen, wie z.B. Theaterbesuche, Schulausflug, Bundesjugendspiele etc. betreuen die Großen die Kleinen bei Bedarf.
Am Ende des ersten Schuljahres verabschieden die Patenkinder ihre Paten in die weiterführenden Schulen.

Offene Unterrichtsformen

1. Wochenplanarbeit
Die Schüler und Schülerinnen erhalten jede Woche einen neuen Plan, der nach einem gemeinsam entwickelten Modell aus drei Teilen besteht:
dem individuellen Teil A,
dem für alle Schüler und Schülerinnen gleich geltenden Teil B, dessen Aufgaben von der                 
Lehrerin vorgegeben sind und bei dem die Schülerinnen und Schüler die Reihenfolge und  das     
Lerntempo entscheiden
und dem Teil C, der Freiarbeit beinhaltet.
Die Wochenplanarbeit wird in der Schule und zu Hause im Rahmen der Hausaufgaben erledigt. So verwirklichen wir die individuelle Förderung aller Kinder.

2. Werkstattlernen
Mehrmals im Jahr wählt jede Lehrerin für ihre Klasse eine ins Unterrichtsprogramm passende Werkstatt aus, an der die Kinder arbeiten. Die Werkstatt bietet zu einem bestimmten Thema in einem Fach unterschiedliche Lernangebote, die von den Kindern in freier Auswahl bearbeitet werden. Ein Teil des Angebots kann auch Pflichtaufgabe sein.

3. Projektarbeit
Einmal im Schuljahr findet eine Projektwoche statt. Das allen Klassen gemeinsame Thema wird von der Lehrerkonferenz vorgeschlagen..

4. Portfolioarbeit
Die Schülerinnen und Schüler sammeln ihre Arbeiten, die ihnen am wichtigsten für ihr persönliches Fortkommen erscheinen, in einer Sammelmappe. Auch außerschulische Lernzuwächse können gewählt werden.

Beratungskonzept

1. Einzelfallberatung
Die Einzelfallberatung von Schülern und/oder deren Erziehungsberechtigten nimmt in unserer Schule großen Raum ein. Es ist eines unserer wesentlichen Anliegen, den Kindern und ihren Familien zur Seite zu stehen.
Während des Unterrichts findet während der täglichen Interaktionen die Lernberatung für die Schüler durch den Lehrerinnen statt.
In den Sprechstunden stehen die Lehrerinnen zur Verfügung, um anstehende Probleme zeitnah mit den Eltern zu besprechen. Nur in dringenden Fällen werden Beratungsgespräche ohne vorherige Festlegung eines Termins geführt.
Während der Elternsprechwochen berät die Lehrerin die Eltern hinsichtlich der Leistungen, des Förderbedarfs und des Sozialverhaltens ihres Kindes. Die Termine der zweimal jährlich stattfindenden Sprechwochen liegen so, dass alle Eltern die Möglichkeit haben, daran teilzunehmen. Sie finden außerhalb der Unterrichtszeit statt.
Im Rahmen der Elternsprechtage berät die Lehrerin bei der Vorstellung des Portfolios durch das Kind den Schüler bzw. die Schülerin und die Eltern.
Die Förderempfehlungen, die den Zeugnissen von Schülern und Schülerinnen mit nicht ausreichenden Leistungen beiliegen, werden in einem Gespräch zwischen Kindern, Eltern und Lehrerin geklärt, festgelegt und unterschrieben.

2. Schullaufbahnberatung
Im Dezember finden die Beratungsgespräche für die weitere Schullaufbahn der Schülerinnen und Schüler statt. Im Rahmen einer Gemeinschaftsveranstaltung werden vorher die Eltern der Viertklässler in der Schule auf einem Elternabend von einem Expertenteam der weiterführenden Schulen bestehend aus jeweils einem Vertreter von Hauptschule, Realschule, Gesamtschule und Gymnasium über den weiteren Bildungsweg informiert.
Anhand von Beobachtungsbögen, die den Eltern zur eigenen Beobachtung ihrer Kinder vorher ausgeteilt wurden, der Lehrerbeobachtungen und der Ergebnisse der schriftlichen Arbeiten berät die Lehrerin im Rahmen von Elternsprechtagen die Eltern und Kinder in Einzelgesprächen.

3. Streitschlichtung
Konflikte und Streitereien gibt es überall dort, wo Menschen mit unterschiedlichen Interessen aufeinander treffen. Entsprechend kommt Streit in den besten Schulen vor. Täglich erleben wir als Lehrerinnen, wie Konflikte zwischen unseren Schülern und Schülerinnen entstehen, immer mehr beobachten wir, wie unsere Schulkinder selbstständige und friedfertige Lösungen für ihre Konflikte finden. Unsere seit Jahren andauernde Arbeit mit unserem Streitschlichtungsprogramm macht sich bemerkbar.
Die Eltern und Schulkinder werden in unser Streitschlichtungsprogramm eingeführt. Die Schüler und Schülerinnen übernehmen die Streitschlichtung sukzessive selbst, erhalten aber bei Bedarf Beratung durch die Lehrerin.

Förderunterricht

Die Schülerinnen und Schüler unserer Schule werden regelmäßig in der Schule individuell, in Klein- und in Großgruppen gefördert. Dies geschieht sowohl in äußerer wie in innerer Differenzierung.

1. Innere Differenzierung findet statt

in jeder Mathematikstunde und Deutschstunde bei Bedarf in Kleingruppen oder individuell
in der Wochenplanarbeit, in der die Schülerinnen und Schüler auf sie zugeschnittene Arbeiten bekommen, die sie fördern und fordern. Sie erhalten im Wechsel z.B. Arbeiten für Rechtschreiben, Lesen und Mathematik. Sie arbeiten entweder in Einzelarbeit mit Selbstkontrolle, mit einem Partner am Computer, allein mit der Lehrerin oder in einer Kleingruppe.
in jeweils 1 Förderstunde im Klassenverband in den Fächern Mathematik und Deutsch


2. Äußere Differenzierung
wird für den besonderen Bedarf eingerichtet. sobald die Lehrersituation dies zulässt. Hier sind auch jahrgangsübergreifende Förderangebote möglich.
Es werden Gruppen eingerichtet für Kinder mit Schwächen in einzelnen Fächern, für langsam lernende Kinder, und für Kinder vor allem am Schulanfang mit besonderen Defiziten z.B. in den Bereichen Wahrnehmung, Motorik und Konzentration.
Besonders begabte Kinder werden mit weiterführenden Angeboten gefördert, z.B. Freies Schreiben, Knobelaufgaben, ….

3. Förderplan
Für jedes Kind wird ein individueller Förderplan erstellt. Hier werden die Beobachtungen festgehalten, aus denen die individuellen Aufgabenstellungen für den Wochenplan erwachsen. Der Förderplan dokumentiert die persönliche schulische Entwicklung eines jeden Kindes.

Schuleingangsphase

Für die Neugestaltung der Schuleingangsphase gibt das Schulministerium zwei wesentliche Aspekte vor, die berücksichtigt werden müssen:
„Zielsetzung der Schuleingangsphase ist es, alle schulpflichtigen Kinder eines Jahrgangs in der Grundschule aufzunehmen und sie dem Grad ihrer Schulfähigkeit entsprechend zu fördern."
„Die Verweildauer beträgt ein bis drei Jahre. Über die individuelle Verweildauer wird während der Eingangsphase entschieden."
Diese Neugestaltung kann sowohl jahrgangsübergreifend als auch jahrgangsbezogen organisiert werden.

Nach wie vor soll an unserer Schule der jahrgangsbezogene Unterricht das Herzstück unserer pädagogischen Arbeit sein. Die Elternschaft und das Kollegium haben sich hierfür entschieden. In einer Zeit, die geprägt ist von Hektik, Schnelllebigkeit und Wertezerfall halten wir es für wichtiger denn je, den Kindern als Grundstock emotionale Sicherheit durch eine beständige Gruppe und durch eine verlässliche Bezugsperson zu geben.
Dieser jahrgangsbezogene Unterricht wird jedoch durch Unterrichtsmethoden und Sozialformen so gestaltet, dass eine innere Differenzierung stattfindet. Diese ist schon deshalb unumgänglich, da bei Schulbeginn Kinder bis zu fünf Intelligenzalter in einer Klasse sitzen.
Mit unserem Konzept wollen wir erreichen, dass nahtlos an die unterschiedlichen vorschulischen Lernerfahrungen angeknüpft wird und die Heterogenität als Lernchance genutzt wird. Ziel des Unterrichts ist dabei nicht, individuelle Unterschiede im Hinblick auf eine Homogenisierung auszugleichen, sondern die Entwicklungsmöglichkeiten jedes Kindes zu erkennen und zu realisieren. Dabei entsteht eine Lerngemeinschaft, die vom Kind erwartet, dass es seiner Entwicklung angemessene und herausfordernde Aufgaben übernimmt. Selbstgesteuertem Lernen kommt eine besondere Bedeutung zu.